Sonntag, 11. Mai 2014

Das Rätsel vom Tribschenhorn - Eine Fortsetzungsgeschichte

was bisher geschah


Van der Putten marschiert zügig durch den Flur im Polizeipräsidium auf die Treppe zur Pathologie und lässt dabei Hanspeter verwundert stehen. Als Entschuldigung ruft ihm der Kommissar über die Schulter zu: „ Das ist kein einfacher Mord mehr, das ist etwas viel Grösseres! Ich möchte sofort beide Leichen noch einmal genau untersuchen, diesmal weiss ich, wonach ich suche!“

Mit grosser Wucht stösst Rudi die Tür zum Leichenschauhaus auf und tritt mit bestimmten Schritten herein, geradewegs zum Tisch, wo Herr Weiss aufgebahrt liegt. Der Gerichtsmediziner war gerade dabei, der Leiche die Fingerabdrücke zu nehmen.
„Was ist los, Herr Kommissar? Ist ihnen noch was eingefallen?“ der Gerichtsmediziner war ein alter Mann, mit buschigen grauen Haaren und zu hellen Augen, der selbst schon etwas wie eine Leiche aussieht. Rudi tritt etwas ausser Atem an den Tisch heran und betrachten das Opfer „Ist...,ist ihnen an der Leiche etwas ungewöhnliches aufgefallen, Herr Doktor? Am Knöchel zum Beispiel?“
 „Nein, aber wir können gerne zusammen nachschauen, was vermuten Sie denn?“ Wortlos zieht Rudi dem Opfer den rechten Schuh und Socken aus, erschrickt kurz und lässt sich dann etwas bleicher als vorher nach hinten auf einen Bürostuhl fallen. 

Der Gerichtsmediziner schaut sich den Knöchel selber an und entdeckt drei kleine Punkte, die zusammen ein Dreieck bilden auf der dünnen Haut über dem Knöchel eintätowiert.
„Was hat das zu Bedeuten, Herr Kommissar?“ der Arzt legt den Fuss zurück auf den Boden und schaut den Kommissar mit eindringlichem Blick an.
In diesem Moment kommt Franziska in den Saal und steht neben den Gerichtsmediziner. Rudi scheint in den letzten Minuten ein paar Jahre älter geworden zu sein. Ohne den Blick vom Boden zu heben beginnt er mit heisseren Stimme zu erklären: „ Alle Anzeichen deuten  darauf hin, dass es sich um die Tat eines perversen Serienmörders handelt, der seit mehreren Jahrzehnten unaufgehalten mordet und sich ein Spiel daraus gemacht hat, sich von mir nicht schnappen zu lassen. Er hinterlässt am Tatort immer einen Löwenzahn, darum nennen wir ihn den Löwenzahn-Killer. Warum wissen wir nicht genau. Seine Opfer haben allesamt drei Punkte auf dem rechten Knöchel, als wären sie gebrandmarkt und schon lange dafür bestimmt, von ihm getötet zu werden. Doch wir haben herausgefunden, dass die Opfer alle in einen Verbindung zu einander stehen und wir vermuten, dass es sich um eine Organisation oder eine Bruderschaft handelt.“

„Hinterlässt er immer zwei Opfer am selben Tatort in unterschiedlichen Räumen?“, Franziska fühlt sich dazu verpflichtet die Ruhe zu bewahren und sachlich die Sache anzugehen, wenn ihr Chef schon die Nerven verloren zu haben scheint. Der Kommissar schreckt auf diese Frage auf und blickt sie entgeistert an. „ Fräulein Franziska, du bist genial! Nein, in all seinen Auftritten bisher, gab es immer nur einen Toten!“
Er springt auf und geht  zu einem weiteren Leichentisch. Das zweite Opfer steckt in einem Leichensack. Der Kommissar reisst den Reisverschluss auf, streift Schuhe und Socken von der Leiche ab und blickt verdattert auf untätowierte Knöchel.
„Dieses Mall ist es anders, es scheint als wäre ihm dieser Mann in die Quere gekommen. Er beginnt Fehler zu machen...“

Fortsetzung

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